Nach intensiver Einarbeitung in das entsprechende Thema entsteht zuerst ein farbiger Entwurf im Massstab 1:1, in dem alle Bleiruten in der richtigen Breite bereits eingezeichnet sind. Diese Ruten dienen nicht nur der Abgrenzung der einzelnen Farben, sondern haben gleichzeitig auch eine zeichnerische Bedeutung. Je nach Feingliedrigkeit der Darstellung sind die Bleiruten breiter oder schmäler. Die Bleilinnien des Entwurfes werden auf einen Schablonenkarton übertragen. Dieser wird mit einer besonderen Schere zerschnitten, wobei zwei Millimeter Zwischenraum (für den Kern der Bleiruten) wegfallen. Die Kartonstücke entsprechen nun genau der Grösse der einzelnen Gläser und werden sorgfältig nummeriert. Sie dienen auch als Schablone zum Ausschneiden der Gläser. Aus Hunderten von Farbtönen sind die passenden Gläser auszusuchen. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit von Künstler und Auftraggeber. Die ausgewählten Gläser werden mit den benachbarten Farben verglichen um das Zusammenspiel zu prüfen. Die Schablone wird darauf auf das Glas gelegt, mit einem Glasschneider angeritzt und das Stück herausgebrochen. Wie ein Puzzle setzt der Glasmaler die ausgeschnittenen Gläser auf eine Glasscheibe. Mit heissem Bienenwachs werden alle Teile befestigt. Jetzt kann das Ganze auf der Staffelei gegen das Licht gestellt werden um die Wirkung der Farben zu testen. Gesichter, Hände, Füsse, Faltenwürfe, Schattierungen u.a.m. Als Malmittel wird Schwarzlot verwendet. Mit Wasser fein angerieben und etwas arabischem Gummi gebunden lässt sich diese "Farbe" lasierend und deckend auftragen. Nach der Malerei werden die Gläser sorgfältig von der Scheibe gelöst und auf ein Stahlblech gelegt. Im Brennofen wird das Schwarzlot bei ungefähr 600 Grad Celsius eingebrannt. Sind die Gläser ausgekühlt, werden sie mit Bleiruten verbunden. "Verbleien" heisst diese Arbeit in der Fachsprache. Die ganze Scheibe wird mit Randblei umfasst und alle Enden werden beiseitig verlötet. Nach dem Reinigen ist das Werk zum Einsetzen bereit.