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Sum Jacobi Studeri Sangallensis  
   

Im Auftrag des Rates der Stadt St.Gallen reorganisierte der Kaufmann Jakob Studer die Vadianische Bibliothek und schenkte ihr 1615 hundert ausgesuchte Bücher: Handschriften mit Miniaturen, illustrierte Drucke sowie Grundlagenwerke aus verschiedenen Fachgebieten. Die Broschüre beschreibt die Entstehung der Sammlung Studers und stellt einige der reich bebilderten Bücher vor.

Aus der Einleitung:
Jakob Studer war ein passionierter Büchersammler. In einem Brief an seinen Freund, den Zürcher Gelehrten Kaspar Waser, schrieb er 1617: "Ich bit, wann der herr von ussbündigen schönen neüen büchern hört, er mir deren titell wölle zusenden." Er liess sich von der Schönheit der Buchgestaltung begeistern; eine inhaltliche oder sachliche Ausrichtung seiner Sammlung ist nicht auszumachen. Beim Sammeln achtete er genau darauf, dass er die Bücher nicht zu teuer bezahlte, was ein anderer Brief an Waser zeigt.

Studer konnte sich die schönen Bücher leisten. Er war der älteste Sohn von Christoph Studer, der zu den reichsten St. Galler Kaufleuten zählte. Das persönliche Vermögen des Sohnes war nach dem Ausweis der Steuerbücher bescheiden, das Vermögen der Familie wurde vom Vater, der den Sohn überlebte, versteuert.

Figurengedicht
Erstes Figurengedicht des Hrabanus Maurus
mit dem Bild des gekreuzigten Christus (1605)
(Eb 915,10v)

Erklärung Figurengedicht
Figurengedichte sind äusserst kunstvolle Gebilde aus Text und bildnerischer Darstellung. In ihnen sind zwei Texte in einem verwoben. Der Basistext ist in schwarzen und roten Buchstaben gedruckt und wird wie jeder andere Text waagrecht von links nach rechts gelesen. Der zweite, kürzere Innentext verwendet nur den Teil der Buchstaben, die durch rote Farbe kenntlich gemacht sind. Die Buchstaben des zweiten Textes bilden eine Figur, die ihrerseits auch Bedeutungsträger ist.


Rudolf Gamper unter Mitarbeit von Gertraud Gamper und Fredi Hächler,
Sum Jacobi Studeri Sangallensis. Die Sammlung des bibliophilen Kaufmanns Jakob Studer (1574 - 1622) in der Vadiana
St. Gallen 2001, 64 Seiten
Broschiert, 19 farbige und schwarz-weisse Abbildungen
15,5 x 24 cm




 



 
   
  
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