Die Stadt St.Gallen entstand um das wirtschaftlich und kulturell aufstrebende Kloster, welches 719 gegründet worden war. Die zur Herrschaft des Klosters gehörende Stadt wuchs zum Zentrum des Güterumschlags zwischen Stadt und Umland heran und gelangte im Spätmittelalter v.a. durch Leinwandherstellung und -handel zu Wohlstand.
Vom 13. bis zum 15. Jahrhundert rang die Stadt dem Kloster kontinuierlich Rechte und Freiheiten ab. Spätestens 1294 bestand ein städtischer Rat, seit der Mitte des 14. Jahrhunderts sind Bürgermeister und Zünfte nachweisbar, weiter wurden Gesetzgebung und Verwaltung ausgebaut. Trotz formeller Herrschaft des Abtes handelte die Stadt aussenpolitisch schon früh eigenständig, sie ging sein Beginn des 14. Jahrhunderts wiederholt Bündnisse mit schweizerischen und v.a. süddeutschen Städten rund um den Bodensee ein.

Freiheitsbrief König Rudolfs I. von Habsburg von 1281
Original im Stadtarchiv der Ortsbürgergemeinde St. Gallen
1454 wurde die Stadt St.Gallen Zugewanderter Ort der Eidgenossenschaft, unterhielt aber weiterhin enge Beziehungen zum Reich. Auch in religiöser Hinsicht emanzipierte sich die Stadt vom Kloster, sie trat zur Reformation über. 1566 erlangte die Stadt St.Gallen vollständige Selbständigkeit.
Fürstabtei und Reichsstadt existierten von da an als unabhängige und gleichberechtigte Parteien nebeneinander, bis sie im Zuge der Helvetik als souveräne Staaten aufgehoben wurden.
Im Verlauf der Helvetik wurden im Herbst 1798 per Gesetz die Grundlage für die bis heute in der Schweiz gültige Zweiteilung in Politische Gemeinden und Bürgergemeinden gelegt. Die Ortsbürgergemeinde und die Politische Gemeinde einigten sich jedoch erst mit der Ausscheidungsurkunde vom 29. Juni 1832 auf eine klare Abgrenzung von Eigentum und Zuständigkeiten.
Eine ausführlichere Darstellung der Geschichte der Stadt St.Gallen finden Sie auf der Website des Stadtarchivs der Ortsbürgergemeinde unter: http://stadtarchiv.ch/forschung/stadtgeschichte_im_ueberblick/
Weitere Themen:
St.Gallen im 19. Jahrhundert (pdf)
St.Galler Familien und Wappen (pdf)